Ein Port ist ein dauerhaft implantierter Gefäßzugang, meist unter dem Schlüsselbein. Er ermöglicht regelmäßige Infusionen, Chemotherapie oder Blutentnahmen, ohne dass jeder Stich eine neue Vene sucht. Die korrekte Pflege ist entscheidend, da Verstopfung oder Infektion den Port unbrauchbar machen können. Hier finden Sie eine konkrete Anleitung für den Pflegealltag 2026.
Was ist ein Port?
Ein Portkatheter besteht aus einer Kammer (Portkammer) mit einer Silikonmembran. Die Kammer liegt unter der Haut, der angeschlossene Katheter führt in eine zentrale Vene (V. subclavia oder V. jugularis). Die Membran wird durch die Haut mit einer speziellen Portnadel (Huber-Nadel) angestochen.
Typische Indikationen:
- Chemotherapie über Monate bis Jahre
- Regelmäßige Antibiotikatherapie
- Parenterale Ernährung
- Häufige Blutentnahmen bei chronischen Erkrankungen
- Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen
Der Port ist eine Lösung für längeren Therapiebedarf und vermeidet wiederholte Venenpunktionen.
Wer pflegt einen Port?
Port-Anstich und Spülung sind ärztlich anerkannte Pflegeleistungen, die in der Regel von Pflegefachkräften mit Spezialschulung durchgeführt werden. Onkologische Praxen und ambulante Pflegedienste mit entsprechender Expertise sind die typischen Anbieter. Angehörige übernehmen die Beobachtung der Einstichstelle und die Information der Pflegekraft bei Auffälligkeiten.
Spülung des Ports: Wann und warum?
Regelmäßige Spülung
Auch wenn der Port nicht aktiv genutzt wird, muss er alle 4 bis 6 Wochen gespült werden, um Verstopfung durch Fibrin oder Thrombus zu verhindern. Wer das verpasst, riskiert dauerhafte Verstopfung und damit den Verlust des Zugangs.
Bei aktiver Therapie (zum Beispiel wöchentliche Chemo) erfolgt die Spülung am Ende jeder Behandlungssitzung.
Standard-Spülung
- Händedesinfektion, sterile Handschuhe, Mundschutz
- Materialien: sterile Huber-Nadel, sterile NaCl-Lösung 10 ml, sterile Spritzen, Hautdesinfektion (Hautdesinfektionsmittel mit Octenidin oder Chlorhexidin)
- Hautdesinfektion an der Port-Stelle, Einwirkzeit beachten (1 bis 2 Minuten)
- Port-Tasten: Membran mit zwei Fingern fixieren
- Huber-Nadel im rechten Winkel einstechen, bis der Knochen unter dem Port spürbar wird
- Aspirieren (Blut zurückziehen) zur Lagekontrolle
- Mit 10 ml NaCl-Lösung spülen, im pulsierenden Stop-and-Go-Modus
- Bei reiner Pflegespülung ohne Medikament: Heparin-Block oder NaCl-Block nach Verordnung
- Huber-Nadel ziehen unter Druck auf die Einstichstelle
- Steriles Pflaster für 24 Stunden
Der Pflegedienst dokumentiert die Spülung im Pflegeprotokoll.
Stop-and-Go-Technik
Beim Spülen wird der Druck im pulsierenden Wechsel aufgebaut, also nicht ein durchgehender Druck. Das verhindert, dass Rückstände an der Innenwand des Katheters kleben bleiben.
Komplikationen erkennen
| Komplikation | Anzeichen | Maßnahme |
|---|---|---|
| Infektion lokal | Rötung, Schwellung, Schmerz an der Einstichstelle | Hausarzt, ggf. Abstrich, Antibiotikum |
| Port-Infektion systemisch | Fieber kurz nach Spülung, Schüttelfrost | Sofort Notaufnahme, Sepsis-Verdacht |
| Verstopfung | Spülung nicht möglich, keine Blutrückgabe | Pflegedienst, ggf. Streptokinase-Lyse, Onkologe |
| Extravasat | Schwellung, Brennen während Infusion | Sofort stoppen, Hausarzt oder Klinik |
| Pneumothorax (akut nach Anlage) | Atemnot, Schmerzen | 112 |
| Hautirritation | Juckreiz, Rötung um Pflaster | Pflaster-Wechsel, ggf. anderer Materialtyp |
| Catheter-Pinch-Syndrom | Spülung mit Stromverlust, mechanische Probleme | Hausarzt, ggf. Bildgebung |
Fieber innerhalb von 24 Stunden nach Port-Anstich ist ein Notfall.
Wie oft wird ein Port gespült?
| Situation | Häufigkeit |
|---|---|
| Aktive Chemotherapie | Mit jeder Sitzung, am Ende der Sitzung |
| Therapiepause / Erhaltungstherapie | Alle 4 bis 6 Wochen |
| Ruhender Port | Alle 6 Wochen, dauerhaft solange Port liegt |
| Vor Blutentnahme | Vorher aspirieren und spülen |
Pflege im Alltag
Was die Person mit Port tun darf
- Duschen ja, schwimmen nur mit Erlaubnis des behandelnden Arztes
- Sport in Maßen, schweres Heben in den ersten 4 Wochen nach Anlage vermeiden
- Arbeit, Reisen, Sex sind kein Problem
- Reisen ins Ausland mit Port-Pass (Hersteller stellt ihn aus)
Was sollten Angehörige beachten
- Tägliche Sichtkontrolle der Port-Stelle
- Fieber sofort melden
- Pflasterverband bei Verschmutzung wechseln, sonst belassen
- Port-Pass und Notfall-Karte griffbereit
Kosten und Abrechnung 2026
Die Port-Pflege durch den Pflegedienst läuft als Behandlungspflege nach § 37 SGB V. Verordnung durch Hausarzt oder Onkologe. Krankenkasse übernimmt die Pflegeleistung, abzüglich 10 Prozent Eigenanteil. Bei ruhendem Port mit 8 Spülungen pro Jahr ist der Eigenanteil meist überschaubar (50 bis 70 Euro jährlich). Mehr im Artikel Behandlungspflege § 37 SGB V.
Häufige Fragen
Wer darf einen Port anstechen? +
Ärzte und speziell geschulte Pflegefachkräfte.
Wie lange bleibt ein Port? +
Solange er funktionsfähig und nicht infiziert ist. Manche Ports liegen 10 Jahre und länger.
Was tun bei Verstopfung? +
Der Pflegedienst versucht die Spülung, wenn das nicht gelingt, übernimmt der Onkologe.
Müssen Angehörige selbst spülen können? +
Nein. Die Port-Pflege ist Krankenkassenleistung.
Wie lange dauert die Spülung? +
Der eigentliche Anstich und die Spülung dauern 10 bis 15 Minuten. Mit Vorbereitung und Dokumentation ist ein Pflege-Termin etwa 30 bis 45 Minuten lang.
Was, wenn Fieber auftritt? +
Fieber innerhalb von 24 Stunden nach Spülung ist Verdacht auf Port-Infektion. Sofort den behandelnden Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen.
Wer trägt die Verordnungs-Verlängerung? +
Der Hausarzt oder die onkologische Praxis. Sebat erinnert an Folgeverordnungen und kümmert sich oft direkt mit dem Hausarzt um die Verlängerung.
Sebat: Erfahrung in der Port-Versorgung
Wir versorgen Port-Patienten in Frankfurt seit Jahren, in enger Abstimmung mit Onkologen, Hausärzten und Schmerz-Therapeuten. RKI-Hygiene-Standard und individuelle Schulung der Angehörigen gehören dazu.
Stand Juli 2026 · Rechtsgrundlage § 37 SGB V, Häusliche-Krankenpflege-Richtlinie. Bei akuten Port-Infektionen sofort ärztliche Hilfe.



